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Change My Ways Teil III

Als bald ich selbst zum Schluss komme, dass ich immer wieder über mein Unvermögen stolpere, stellt sich mir die Frage; Wenn ich mir nicht selbst helfen kann, und mir auch niemand anderes helfen kann, - denn jeder Mensch der mir hilft befindet sich auf einer anderen Ebene in dem selben Dilemma des Herzens- wer kann mir dann Helfen? In einer Weltanschauung in der es keinen Gott gibt, der entweder Gnädig aus Güte und Erbarmen ist, oder nur dann wenn ich ihn durch Opfergaben oder überwiegenden guten Werke gnädig stimmen kann, dann bliebe es doch immer im Rahmen  meiner eigenen Bemühungen. Es bliebe stetig an der Tatsache angebunden, dass ich, der unvermögende Mensch, selbst dafür verantwortlich bin wie mein Schicksal ausfällt. Und das ganz ohne Garantie. Und weil es keine wirkliche Gewissheit darüber gibt, laufe ich gegen mich selbst um die Wette eben in diesem Hamsterrad. Mit dem ständigen Bewusstsein, dass ich selbst es ja gerade nicht Vermag. Ich erinnere mich dabei an einen Song der dänischen Band Carpark North. Der Song heisst Save me from myself. Wie soll ich mich selbst retten können wenn ich es bin der der Rettung bedarf? Ein ungeretteter kann sich selbst nicht retten, nicht in dem Belangen des eigenen Herzens. Selbst wenn alle Menschen der Welt sich zusammentun, und jeder der Rettung von sich selbst bedarf, so kann auch eine einheitlich zusammengeraffte  „ungerettete“ Menschheit die Menschheit nicht retten.


Der bemerkenswerte israelische Historiker Yuval Noah Harari beschreibt in seinem Buch (Eine kurze Geschichte der Menschheit) die Entwicklung des Weizenhandels. Um es knapp zu bewahren geht es darum, dass der Weizen in grossen massen Produziert wurde als der Homo Sapiens bemerkte, dass man, mit Landwirtschaftsbetrieb, kontrolliert grosse Nahrungsbeschaffung erzielt. Also wurde der Jäger und Sammler über die Zeit quasi mit dieser Entdeckung abgelöst, obwohl diese immer genug Ressourcen für ihr Überleben hatten. Wir lesen einen kurzen Abschnitt in seinem Buch ehe ich auf das zu sprechen komme, was ich betonen will:


Der Durchschnittsbauer, der vor 10’500 Jahren in Jericho lebte, hatte ein deutlich schwereres Leben als der Durchschnittswildbeuter, der tausend oder dreitausend Jahre vor ihm lebte. Aber das bemerkte natürlich niemand. Jede Generation lebte im Grunde genau so wie die ihrer Eltern, nur ein bisschen effizienter. Paradoxerweise summierte sich die Abfolge von „Verbesserung“, die den Menschen eigentlich das Leben erleichtern sollten, im Laufe der Zeit zu einer drastischen Verschlechterung. Wie konnten sich die Menschen derart verkalkulieren? Aus dem selben Grund, aus dem sich Menschen im Laufe der Geschichte immer wieder verrechneten. Sie waren ganz einfach nicht in der Lage, ihre Entscheidungen mit all ihren Konsequenzen zu überblicken.
(Yuval Noah Harari, Eine Kurze Geschichte der Menschheit Seite 112)


Yuval Noah Harari beschreibt mit diesem Beispiel zwar eine zurückliegende Zeit und eine „wirtschaftliche Entwicklung“ und trotzdem umschreibt sie ein Phänomen im menschlichen Verhalten, welches sich bis heute nicht geändert hat. Jede Verbesserung, die angezielt wurde, hatte sich als eine Verschlimmbesserung entlarvt. Leider aber erst viel später bemerkbar. Natürlich hatten und haben diese Entwicklungen auch ihre guten Dinge hervorgebracht, aber tragischerweise viel zu oft auch auf Kosten anderer Dinge oder Menschen. Für die Bemühungen etwas zu Verbessern, ob für sich alleine oder im Kollektiv, haben andere darunter gelitten. Und wenn wir in diesem Beispiel von damals unser Heute erkennen, dann sind wir bloss die Verschlimmbesserung von dem was vorhergegangen ist. Aber in keinem Fall Besser oder effizienter. Und was wir aufgrund dessen jetzt besser und effizienter machen, wird die Verschlimmbesserung von Morgen sein. Und so dreht sich das im Kreis. Unser Verhalten hat sich niemals geändert -> wird sich nicht ändern. Irgendetwas ist in dem menschlichen Herzen, dass wir, auch mit den besten Absichten, nicht Bändigen können. Wir sind nicht in der Lage dieses Dilemma zu vertreiben oder gar zu töten. Nicht für einem selbst und nicht für die Menschheit.
Ich kann mich nicht von mir selbst retten und genauso wenig können wir uns nicht von uns selbst retten. Das würde bloss bedeuten, dass wir das Hamsterrad, welches bis anhin nur für eine Person gedacht war, auf eine grösse ausdehnen, in der jetzt die ganze Welt darin platz findet. Das Hamsterrad bleibt. Das Dilemma bleibt. Ganz egal ob wir uns auf einen einheitlichen Wert berufen die an der Oberfläche als Rettungsring in der Not dienen soll. Eine Oberfläche kann nur eine Oberfläche sein, wenn es darunter eine Tiefe hat. Und das Dilemma welches ich beschreibe, kann nicht an der Oberfläche behandelt noch geheilt werden. Egal wohin man geht, man nimmt das eigene Herz immer mit sich mit. Egal ob sich die Umstände und die Umgebung um einem herum verändern und diese beinahe das Dilemma zu ersticken vermögen; Vergessenheit bedeutet nicht, dass es nicht mehr da ist. Wir bleiben in der negativen Kontrolle. (Siehe das Konzept der Negativen Kontrolle im ersten Teil des Blogs Change My Ways)


Deswegen geht ein Ruf im Refrain aus, der sich nicht an etwas, sondern an jemanden richtet der grösser ist als ich selbst und noch grösser als die Menschheit. Grösser als die Welt und noch grösser als das Universum.

„Es bist du, der meine Wege verändert.“

Ich rufe es dem Gott der Bibel zu, von dem ich glaube, dass er das ganze Universum und alles was darin ist, erschaffen hat. Nur jemand der sich ausserhalb der Fähigkeiten, Gesetze und dem Zustand der Menschheit befindet, vermag es meine Wege zu verändern und mich zu retten. C. S. Lewis beschreibt das präzise in seinem Buch Pardon ich bin Christ:


Und da liegt der Haken: Nur ein schlechter Mensch hat Busse nötig, aber nur ein guter Mensch kann vollkommene Busse tun. (Pardon ich bin Christ, Der Vollkommene Büsser, Seite 76)


Hier kommt das vollendete Werk am Kreuz durch jesus Christus zum Tragen. An jenem Werk es von niemandem etwas hinzuzufügen noch wegzunehmen gibt. Es gibt nichts hinzuzufügen, weil man sich die Gnade nicht verdienen oder erwerkeln kann (Wie wir gesehen haben) und es gibt nichts davon wegzunehmen, weil wir (jeder einzelne Mensch), ob wir wollen oder nicht, Rettung brauchen (Wie wir gesehen haben). C S. Lewis schreibt in dem Kapitel der Vollkommene Büsser wezer, dass Gott nur für den Menschen sterben konnte indem er selbst Mensch, also selbst dem Dilemma gleich wurde (gleiche/s Seite/Buch wie Zitat oben). Jesus Christus war ganz Gott und ganz Mensch. Er war der einzige „gute“ Mensch -in der Tat, er war ohne Schuld. Er war der Einzige, der als vollkommener für die Unvollkommenen, vollkommen büssen konnte. Ich kenne persönlich keine andere Religiöse Philosophie in der ein ehrfurchtsgebietender Gott seine Herrlichkeit verlässt um selbst dafür aufzukommen, dass der Mensch endlich damit aufhören kann sich auf sich selbst etwas einzubilden. Das sich der Mensch auf sich selbst etwas Einbilden kann, sind Worte die ich bewusst gewählt habe. Denn im zweiten Vers fahre ich mit folgenden Worten fort:


„Pride is the enemy the enemy of all mankind. „

Und genau damit werde ich im vierten Teil fortfahren.

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