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Change My Ways Teil II

Als ich den Song Change My Ways schrieb, hatte ich bereits die ganze Trilogie im Kopf. Drei Songs, die sich mit elementaren Erkenntnissen und Haltungen befassen. Jeden Song hatte ich darauf ausgerichtet, dass der Inhalt nicht nur von meiner persönlichen Sicht handelt, sondern versuchte ein Szenario oder ein ein Dilemma zu beschreiben, mit welchem sich viele Menschen identifizieren können. In der Trilogie geht es inhaltlich um Aussagen, die innerhalb der christlichen Weltanschauung stattfinden. Das ist ein sehr wichtiges Detail, weil auch wir innerhalb des Christentums des öfteren die Haltung vorhanden ist, dass wir aus eigenem bemühen die Gunst Gottes verdienen könnten.  Das das ein Irrtum ist, macht dieser Song zum Thema. - Denn genau dieser Irrtum - und hier liegt das Mysterium begraben- unterscheidet sich nicht gross von Weltanschauungen, die eine art von Selbsterlösung durch eigenes zutun enthalten. Damit hätten wir die Gnade falsch verstanden und versuchen noch ständig etwas dazu zu tun um Gott um ein wenig mehr Gunst zu bestechen. Beginnen wir mit dem Ersten Vers des Liedes:

 


Tray after try, you know, I thought I could change my ways. Only slightly better maybe different but there is no lasting peace. I was hoping my effort would gain your affirmation.


Der Ausgangspunkt ist für jeden Menschen jeder Herkunft und glauben der selbe. Wie gesagt, wir sitzen alle im selben Boot, wenn es um die Fragen des Lebens geht. Ich möchte dafür nochmals den Religionswissenschaftler Stephen Prothero Zitieren der unser gesamtweltliches Dilemma beschreibt:

"Was die Weltreligionen teilen, ist nicht etwa eine Ziellinie als eher einen Ausgangspunkt. Und dieser beginnt mit jener einfachen Beobachtung: Etwas stimmt nicht mit der Welt."
(Buch: God is not one, 11, von mir übersetzt)

Kurz gesagt, wir sind Verbesserungsbedürftig. Ich möchte eine persönliche Aussage machen und dann Fragen erläutern die ich mir oft stelle. Die Aussage lautet; „Wenn wir davon ausgehen, dass wir uns verbessern müssen, dann geben wir zu, dass wir im Grunde nicht gut sind.“ Meine Fragen lauten deshalb wie folgt; „Wenn die Menschheit im grossen und ganzen schon immer gewusst hat, dass sie ihre schlechten Taten mit guten überwiegen sollten, warum sehen wir davon heute kaum eine Veränderung?“ „Wenn es die Menschheit bis anhin aus eigener Kraft versucht aber nicht geschafft hat, wie sollten sie es dann je in der Zukunft schaffen?“ Ich sehe keine stichhaltigen Merkmale, die darauf hinweisen, dass wir es je schaffen können. Auch wenn es Utopische Propagandas im Netz gibt die im Namen der Liebe und Einheit dafür plädieren, werden die Werke aus eigener Kraft, in ihrer Essenz, immer Werke aus eigener Kraft bleiben. Dabei spielt es keine Rolle wie Nobel wir diese schmücken. Nicht weniger werden meine eigenen Werke gegenüber Gott je etwas ausrichten können um ihn wohlwollender zu stimmen noch mir das Ewige Leben von und bei ihm zu Erwerkeln. Ich bin unverständig über seine Gnade, die er unverdient schenkt. Gnade überhaupt heisst, dass sie nur da in Kraft tritt wo wir ständig versagen. Hier gibt es allerdings noch etwas anzumerken. Es mag uns gelingen, schlechte Gewohnheiten abzugewöhnen oder gewisse Freundlichkeiten einzuüben- Das bezieht sich auf die lyrics only sighlty better maybe different- Trotzdem werden wir über das ganze Leben hinweg immer wieder über das selbe Straucheln. Hier liegt das entscheidende, denn selbst wenn es uns gelingt über Wochen, Monate oder sogar Jahre über gewisse Dinge die wir uns antrainiert haben zu ‚dominieren‘, werden wir vom alten Muster irgendwann, ob knallhart oder sanft, eingeholt. Das worüber wir immer wieder stolpern, ist unser eigenes Herz. In keiner Passage wird dieses Phänomen treffender beschrieben als im Römerbrief.


19 Wir tun nicht das Gute, das wir wollen, sondern gerade das Böse, das wir nicht wollen. 20 Wenn wir aber tun, was wir gar nicht wollen, dann verfügen nicht wir selbst über uns, sondern die Sünde, die sich in uns eingenistet hat. 21Wir finden demnach unser Leben von folgender Gesetzmäßigkeit bestimmt: Ich will das Gute tun, bringe aber nur Böses zustande. 22 In meinem Innern stimme ich dem Gesetz Gottes freudig zu. 23 Aber in meinen Gliedern, in meinem ganzen Verhalten, sehe ich ein anderes Gesetz am Werk. Dieses Gesetz liegt im Streit mit dem Gesetz, das ich innerlich bejahe, und macht mich zu seinem Gefangenen. Es ist das Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern regiert und mir mein Verhalten diktiert.
Römer 7- 19-23

Greifen wir nochmals die Aussage von vorhin auf. „Wenn wir davon ausgehen, dass wir uns verbessern müssen, dann geben wir zu, dass wir im Grunde nicht gut sind.“
Wenn wir das also gestern gesagt haben, es heute und auch morgen sagen, dann befinden wir uns doch in einem ständigen Hamsterrad der Selbsttäuschung. Denn wenn das schon immer das bestreben der Menschheit war, dann sollte die welt doch heute schon richtig gut aussehen. Was Paulus in diesem Brief an die Christen in Rom geschrieben hat, ist eine unverblümt genaue Beschreibung dessen, wie wir das menschliche Herz tatsächlich auffinden und zu kennen wissen. Und zwar ganz unabhängig davon ob man jetzt Christ ist oder nicht. Ist es nicht so, dass wir ganz tief in unserem inneren zwar das gute ersehnen und doch immer wieder, auch bei starken Bemühungen, über das Unvermögen unserer Herzen stolpern und enttäuscht sind? Ein Hamsterrad. In einen meiner Instagram posts habe ich einen kleinen Beitrag über den Song geschrieben der hierzu ganz gut passt:


Dort (Im Herzen) treffen wir unweigerlich jede Art von Emotionen und Gefühle an. 
Freude, Liebe und Hoffnung genauso wie Wut, Hass oder Verabscheuung. Oft zu unserem entsetzen, stellen wir fest, dass wir in unseren Herzen und Gedanken zwar das Gute wollen es aber trotzdem mit scheusslichkeiten teilen. Es gibt nicht einen unter uns der von sich behaupten könnte, dass er nicht beides kennt. Und auch wenn wir äusserst bemüht sind gutes zu tun oder freundlich zu sein, so stossen wir doch immer wieder auf die unschönen Seiten in uns. Die einzige Hoffnung, so könnte man meinen, ist jene, dass wir die unschönen Dinge in unserem Herzen mittels möglichst viel gutem in Vergessenheit geraten lassen zu können. Vergessenheit heisst aber nicht, dass es nichtmehr Da ist. Das Dilemma des Herzens ist also für jeden von uns sehr real.


Hieraus können wir ein weiteres Element, an welches wir unsere Hoffnung klammern, entlarven. Nämlich, dass wir mit eigenen guten Taten versuchen, die wiederkehrenden Stolpermomente in Vergessenheit zu verdrängen. Leider ist das genau die Selbsttäuschung, denn als bald sich herausstellt, dass das nicht funktioniert weil sie früher oder später wieder auftauchen,  werden wir immer noch enttäuschter sein und noch entschlossener und wenn nicht sogar noch schneller das Rad beschleunigen welches noch mehr gute Werke fabrizieren soll um endgültig das schlechte, welches immer noch da ist, zu ersticken. Das Dilemma des Herzens ist also für jeden von uns sehr real. Für mich ist es es. Deswegen schliesse ich den ersten Vers mit den Worten „There is nothing i can do but confess…“ ab. Es gibt absolut nichts, was ich tun kann ausser zu bekennen…
It’s you that’s changing, you’re changing my ways. It’s you that’s changing, you’re changing my ways. There is nothing I could add or take way from the work of the cross.

Es bist du, der meine Wege verändert, du veränderst meine Wege. Es bist du, der meine Wege verändert, du veränderst meine Wege. Da gibt es nichts was ich hinzufügen oder wegnehmen kann von dem Werk des Kreuzes.

 

Forsetzung folg in kürze im Teil III

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